Oelsbergsteig, ein Klettersteig für Anfänger

Der Weg zum Oelsbergsteig

Die kleine Bergziegentour

Als ich mit meiner Klasse, von der Jugendherberge Oberwesel aus, diese Wanderung zum ersten Mal machte, wusste ich, dass das genau die richtige Route für meine Kinder ist.
Und nun, wanderten wir zum dritten Mal den Weg zur Maria Ruh den Oelsbergsteig hoch. Diesmal bei einem prächtigen Wanderwetter.
Wir starteten am späten Vormittag, begleitet von einer befreundeten Familie. Was eigentlich eher selten vorkommt, meistens sind wir als fünfer Gespann unterwegs.

Der Klettersteig an sich, in eine Richtung etwa 2km, ist nicht besonders lang, gut befestigt und eignet sich damit sehr gut für Anfänger und eine Wanderung mit den Kindern.

Bitte folgen 😉

Vor dem Anstieg zum Oelsbergsteig kann man gut Parken, am Bahnübergang im Norden Oberwesels, was wir auch machten. Rucksäcke mit reichlich Wasser und Proviant auf dem Rücken, Sonnencreme und Mützen nicht vergessen – viele Passagen sind recht exponiert und bieten keinen Schatten, ging es los.

Der Blick zurück auf Oberwesel

Zum Eingang des Oelsbergsteigs laufen wir auf einem Schotterweg etwa 10-15 Minuten bergauf. Schon von hier aus blickt man über Oberwesel und auf den Rhein. Jetzt, im Sommer, hört man auch die Straße richtig gut, die Motorradfahrer nutzen das schöne Wetter ebenfalls aus.

Laut der Warntafel am Eingang des Steigs, sollte man trittsicher und schwindelfrei sein. Doch so extrem wird es nicht. Die zwei Leitern die wir auf dem Weg hochstiegen, kann man problemlos umgehen. Erfahrungsgemäß, sollten aber die Knie in Ordnung sein, denn an manchen Felsen muss man schon mal in die Hocke, um auf- oder abzusteigen.
Die Kinder bekamen die Einweisung, sich nicht aus unserer Sichtweite zu entfernen – kein Steig ist zum Fangenspielen oder für waghalsige Überholungsmanöver geeignet. Manche Passagen sind eng und nur als „Singletrail“ begehbar, an einem Drahtseil kann man sich dabei festhalten. Steigbügel und Klammern helfen an den Felsen entlang zu gehen oder auf diesen hochzusteigen.

Der Weg ist bestens ausgeschildert. Viele Bänke, mit und ohne Tische, eine Ruheliege, alle mit dem Blick auf den Rhein. Diese Ruhegelegenheiten ließen wir hinter uns, liefen an einem Bach vorbei weiter hoch hinaus – unser Ziel für die Pause war ein anderes. Stattdessen, blieben wir ab und zu mal stehen um einen Schluck Wasser zu trinken und um den unbeschreiblich schönen Ausblick auf und über den Rhein zu genießen.

Viel zu schnell ist der Steig auch zu Ende und wir kamen an eine Aussichtsplatform, Pfalzblick, die einige Bänke zum Ausruhen und ein Panoramablick über die gesamte Umgebung bietet. Eine mit Wein bewachsene Hütte spendete Schatten und bot uns die Möglichkeit, aus unserem Picknick eine Tafel zu machen. Ebenfalls gibt es hier eine Feuerstelle, aber leider kein Holz. Wir machten hier eine längere Pause und breiteten unsere ultraleichte und kompakte Odoland Picknickdecke* zum testen auf der Wiese aus. Wir waren fast alleine hier. So leer habe ich diesen Wanderweg noch nie erlebt. Da es auch ein Feiertag war, rechnete ich fest damit unser Weg mit etlichen Gruppen und Familien zu teilen und plante auch längere Wartezeiten an den engen Stellen mit ein. Doch wir begegneten nur einmal einem Ehepaar, das den Weg Richtung Oberwesel runterlief.

Der Pfalzblick

Nach der Pause falteten wir unsere Decke, packten unseren Müll ein (es gibt keine Gelegenheit den Müll zu ensorgen!) und marschierten weiter.
Von hier aus hat man mehrere Möglichkeiten:
1. Man läuft den Oelsbergsteig wieder hinunter, so wie man ihn auch hoch kam. Das ist immer der Wunsch der Kinder gewesen.

2. Man läuft den Weg durch die Weinberge, Felder und den Wald nach Oberwesel hinunter.

3. Man läuft weiter Richtung Urbar, zum Loreleyblick. Maria Ruh ist ein nettes Restaurant mit einer Terrasse und einem Biergarten. Möchte man mit leichtem Gepäck wandern, so bietet sich eine hervorragende Gelegenheit eine Pause einzulegen, gutbürgerlich zu essen. Selbstgemachte Kuchen und guten Kaffee gibt es ebenfalls. Den phantastischen Blick auf den Loreleyfelsen gibt es umsonst dazu.

Die Loreley auf der gegenüberliegenden Seite

Wir liefen natürlich weiter, also die Variante 3, ergatterten einen Tisch in der ersten Reihe im Biergarten und genossen bei kleinem Imbiss und netten Gesprächen die Umgebung.

Loreleyblick Maria Ruh

Gut gestärkt und ausgeruht, laufen wir zurück zum Pfalzblick und von da aus die Variante 2, also über die Felder, Weinberge und den Wald nach Oberwesel.

Zurück nach Oberwesel. Bitte folgen 😉





















Im Wald treffen wir, abgesehen von reicher Flora und Fauna die Kinder viel mehr interessierte, auf verschiedene Skulpturen aus Schrott. Alle Skulpturen stellen Trolle dar und haben ulkige Namen. Zum Ende hin wird es etwas steil und einige Treppen sind zu bewältigen. Gutes Schuhwerk ist auf dieser Route sowieso von Vorteil. Am Ortseingang Oberwesel lösten sich die Kinder von ihren Wanderschuhen und wanderten barfuß durch die Stadt. Eine alte Tradition bei uns. Jede Wanderung wird zu einem Barfußweg, mal kürzer mal länger. Von Ende April bis 1. November hört man von mir auf die Frage: „Darf ich barfuß laufen?“ immer ein „Ja“.

In Oberwesel liefen wir noch ein wenig durch die Stadt, holten uns (noch) ein Eis und saßen am Rathaus unter den Bäumen. Es ist sehr ruhig hier, aber irgendwie gemütlich. In dieser Gegend mag ich die Verbundenheit mit der Mittelaltergeschichte so gerne – alte Häuser, Burgen und alte Gassen.. Mancherorts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Bis zum unserem Auto waren es, mit ausgeruhten Füßen, nicht einmal 10 Minuten Laufzeit. Auf dem Weg dahin wurde schon besprochen was wir auf dem Rückweg hören werden. Da die Kinder im Moment in Woodwalkers*-Fieber sind, dauert die Diskusion keine Minute lang. Eigentlich, war der Plan die Hörbuchreihe auf dem Weg nach Schweden zu hören, doch sind die Bücher so spannend (wir hören ja mit, und mögen es auch ganz gerne), dass wir bereits den sechsten und somit letzten Teil angefangen haben.

Die Rückfahrt am Rhein ist herrlich. Je nach dem von welcher Seite man kommt, bietet sich auch eine Überfahrt auf der Fähre an, die wir auch an diesem Tag nahmen… nicht wissend dass Rüdesheim für einen Harley-Davidson Event gesperrt war. So kam es, dass wir eine kleine Rheigautour machten machen mussten. Einmal Ausfahrt verpasst und zack: „Wenn möglich, bitte wenden!“… Problematisch auf der Strecke.. Aber schön war die Aussicht, spannend das Hörbuch, es meckerte keiner und Zuhause kamen wir auch irgendwann an.

Wandern mit Kindern auf dem Oelsbergsteig

Art: Rundwanderweg, Klettersteig
Dauer: mit Pausen ca.5 Stunden
Länge: ca. 10km
Gut geeignet für Kinder die Spaß am Wandern haben und bereits etwas
Kondition haben.
Der Oelsbergsteig ist für eine Wanderung mit Kinderwagen nicht geeignet!

XO Daria

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