Freiheitslust und Hochsaisonfrust

Es herrscht zunehmend Aufregung in unserem Haus. Nur noch eine Woche Schule. Nur noch eine Woche bis zu unserer, bisher größten und längsten, Reise.

Das Land und der Zeitrahmen stehen fest. Es geht nach Schweden, für knapp vier Wochen. Mit unserem Wohnwagen. Da wir unglaublich gerne in der Natur sind, wollte ich, dass wir verschiedene Nationalparks in Schweden besuchen. Nationalparkhüpfen, so zu sagen.. Wir wollen es versuchen, die großen Touristenmassen zu vermeiden und eher die ursprüngliche Seite des Landes kennenzulernen.

Als ich unsere Reise plante hatte ich ein Ziel. Außer dem Reiseziel selbst. Ich wollte, dass wir frei sind. Ich wollte spontan entscheiden wann die Reise weiter geht. Nach der Sonne leben, auch, wenn auch nur für kurze Zeit.

Nun, es ist leider kaum möglich mit schulpflichtigen Kindern und berufstätigen Eltern in der Hauptsaison spontan zu sein. Zumindest scheint es mir so. Als ich auf den meisten Homepages der Campingplätze auf unserer festgelegten Route auf die Empfehlungen zur Reservierung in der Hauptsaison stieß, packte mich die Angst. Was, wenn wir auf dem Campingplatz ankommen und es gibt für uns keinen Platz mehr ? Was, wenn es auch auf einem der benachbarten Campingplätze keine freie Plätze mehr gibt? Auf einem Campingplatz wollte ich die Lage mal checken und für den von mir angegebenen Zeitraum gab es keinen freien Parzellen mehr frei. So, nun war ich leicht panisch. Schweren Herzens, entschieden wir alle Plätze auf unserer Route zu buchen. Ich wollte kein Risiko angehen. Mit den Kindern und unserem, nicht autarken, Wohnwagen irgendwo übernachten. Das ist für mich, noch, eine Nummer zu groß. Und das ist frustrierend.

Die Route in Schweden. Ab Rostock. An Kiel.

Die Entscheidung, welche National Parks wir besuchen werden, war um einiges einfacher. Das Einzige, was zu beachten war – die Entfernung. Nicht länger als 3 Stunden Fahrt ohne Wohnwagen. Mit dem Wohnwagen und den Pausen brauchen wir, erfahrungsgemäß, etwa die anderthalb mal die vom Navi kalkulierte Fahrzeit. Also max. 5 Stunden Fahrt. Die Campingplätze wählte ich in der Nähe der Parks.
Diese National Parks stehen auf dem Plan:

Åsnen National Park
Tiveden National Park
Norra Kvill National Park
Tresticklan National Park

Eventuell, wenn es die Zeit zulässt:
Kosterhavet National Park

Die Seite der Schwedischen National Parks enthält viel Wissenswertes über die Parks. Für manche gibt es sogar Booklets, mit Wanderrouten oder der Flora und Fauna des Parks, zum downloaden. Manchmal muss man auf Englisch oder Schwedisch umschalten, leider gibt es nicht alle Informationen auf Deutsch.

Die Vorfreude, diese Landschaften zu bewandern und kennenzulernen, dämmt ein wenig den Frust über die geraubte Freiheit ein. Ein Paar Highlights für die Kinder, die nichts mit Wandern zu tun haben, müssen auch sein. Vor allem für L. sind die Elchparks Prio eins. Kanufahren für M., SUP für K., Zeit für Gitarre für C. … Und bitte, für L., K. und M. – keine Museen! Also, nur Abenteuer!

Da alles Anderes bereits fest steht sind es nur noch die Einkaufs-, To-Do- und die Checklisten abzuhaken. Und irgendwie, weiß ich nicht so recht was ich alles einpacken soll. Wie ist das Wetter dort? Wie kalt sind die Abende? Wir kennen Schweden nur aus Filmen, Blogbeiträgen und vom Hörensagen. Schön, Kalt, Mücken, keine Elche. Ist es wirklich so? Wie dem auch sei, ich kaufe mir für die Ferien eine Mütze. Ich hoffe, sie nimmt mir ein wenig die Angst vor verpassten Fähren, überfüllten Campingplätzen und Mückenschwärmen.

XO Daria

Die erste Reise

Die erste Reise im übertragenen Sinne. Der erste Blogbeitrag. Zum ersten Mal online. Nach langem Grübbeln, nach langem Warten, nach langem Lernen. Also, fange ich an zu bloggen. Über unsere Reisen, über das Campen und die Campingplätze. Und über das Wandern. Wer wir sind, kann man hier erfahren.

Ich möchte unsere Erfahrungen festhalten. Nicht nur auf Papier. Ich führe Wandertagebücher und Reisefotoalben. Das bereitet mir eine große Freude, ich kann alle Erinnerungen als Foto und in Textform festhalten, so bleiben die Erinnerungen auf eine gewisse Weise lebendig. Und die Kinder schauen sie sich sehr gerne an, als Zeitvertreib. Lustigerweise, egal wie schwer die Wanderung war, wie wenig Lust sie darauf an dem Tag hatten und wie müde sie danach waren, sagen sie jedes mal wenn sie eines der Alben schließen – „das war soooo schön da!“

Außerdem, habe ich gemerkt, dass ich den Wunsch habe mich auszutauschen. Mit Gleichgesinnten Erfahrungen oder Tipps zu teilen, neue Bekannschaften zu schließen. Meinen Horizont zu erweitern.

Es wird wohl länger dauern, bis ich, blogtechnisch, alles im Griff habe und die Beiträge schnell und sicher verfassen kann, so wie ich sie mir vorstelle. Aber, ich sehe das auch als eine Reise an. Eine Reise die zwar ein Ziel hat, doch mit der man mitwachsen muss, die immer variabel ist und immer Überraschungen bereit hält.

XO
Daria